Chronik

Die Landjugend Damals und Heute

 

Schon immer fühlte sich die Jugend auf dem Lande verpflichtet das Brauchtum zu pflegen und zu wahren. Vor der  Gründung eines Burschenvereins übernahm diese Aufgabe der Pfeiffenclub. Leider gibt es keinerlei Aufzeichnungen über diesen Verein.

Der Burschenverein Frohsinn Schwabsoien wurde 1929 ins Leben gerufen. Am 20. Juli 1930 fand eine feierliche Fahnenweihe statt. Die Aufgabe des Patenvereins übernahm der Burschenverein Hohenfurch. Im Vereinsleben wurde gesungen und musiziert, getanzt und Theaterstücke aufgeführt. Auch Ausflüge wurden unternommen, wie z.B. eine Fahrt nach Berchtesgaden mit Besuch des Salzbergwerkes, nach St. Bartholomä am Königssee und eine Bergtour auf den Pürschling. Der Burschenverein stellte sogar ein eigenes Gesangsbuch zusammen. Auf dem Roßkar wurde 1931 eine Almhütte errichtet. Im Jahre 1933 zählte der Verein bereits 60 Mitglieder.

Bedingt durch die politischen Zwänge der damaligen Zeit musste der rührige Verein im Jahre 1937 aufgelöst werden. Ein Großteil der Mitglieder wurde zum Arbeitsdienst und zum Militärdienst eingezogen. Die Almhütte verkaufte man 1938 nach Peiting. Die Vereinsfahne wurde aufbewahrt und später von der Landjugend übernommen.

Erst im Herbst 1949 wurde wieder ein Verein für die Jugend gegründet. Nach starker Werbung von Franz Hummel aus Schwabbruck und Sepp Schwaiger aus Böbing wurde in Schwabsoien eine Landjugend des Bayerischen Bauernverbandes gegründet. Gründer und zugleich 1. Obmann war Hermann Feneberg. Er organisierte auch die Gründerversammlung mit acht Jugendlichen im Alter von 19 bis 24 Jahren. Weitere Vorstandschaftsmitglieder waren: Schmid Alfred (2. Vorstand), Feneberg Elfriede, geb. Ranz (Mädelvertreterin), Feneberg Willi (Schriftführer und Kassier). Aufgabe und Ziel der Gruppe war in erster Linie die Weiterbildung. Es wurden die verschiedensten Kurse und Fachvorträge angeboten. Tanzmusik gab es in den ersten Jahren nicht. Innerhalb der Landjugend wurde eine männliche Gesangsgruppe unter der Leitung von Herrn Walter Wille, der zu dieser Zeit als Lehrer in  Schwabsoien tätig war, gegründet. Im Jahre 1954 entstand aus der Sängergruppe ein eigenständiger Verein, die heute weithin bekannte Singgemeinschaft Schwabsoien.

Auf Landesebene wurde am 9. November 1953 die Auflösung der BBV- Landjugend beschlossen. Zwei Wochen später gründeten sieben Führungskräfte der „ ehemaligen“ Landjugend die Landesgemeinschaft Bayerische Jungbauernschaft, der die Ortsgruppe Schwabsoien 1954 beitrat.

Unter Obmann Arnold Bäckerbauer wurde 1960 die ehemalige Fahne des Burschenvereins renoviert. Noch im gleichen Jahr fand eine festliche Fahnenweihe in der Pfarrkirche St. Stephan statt.

In den darauffolgenden Jahren wurden zahlreiche Filme und Lichtbilderserien vorgeführt. Von den verschiedensten Referenten wurden Vortragsreihen abgehalten, unter anderem zum Thema „ Freundschaft, Liebe und Ehe“. Man begann damit im Fasching einen Ball zu organisieren und beendete die Tanzsaison mit dem Kathreintanz. Zusätzlich wurde regelmäßig ein Gruppenaustausch arrangiert oder ein Ausflug unternommen. Ein besonderer Erfolg war 1965 eine Fahrt nach Frankreich, wobei für die Teilnehmer zuvor ein Französischkurs abgehalten wurde.

Die Teilnahme am jährlichen Kreisquiz war für die Landjugend Schwabsoien schon immer ein „Muss“. Nachdem 1968 zum dritten Mal in Folge der erste Platz belegt wurde, durfte der Wanderpokal endgültig behalten werden.

1975 wurde mit sehr viel Mühe und Sorgfalt ein Modell der Schwabsoier Pfarrkirche St. Stephan angefertigt. Seit damals schmückt dieses den Festwagen der Landjugend.

Am 1. Mai 1980 wurde zum ersten Mal ein Maibaum in Schwabsoien aufgestellt. Vier Wochen dauerten die Arbeiten, bis der 33m lange Baum gehobelt, abgeschliffen und bemalt war. Um vor Dieben zu schützen, wurde der Baum nicht nur jede Nacht bewacht, sondern auch noch mit einer Alarmanlage gesichert. Dass durch die gelegentlichen Fehlalarme die Nachtruhe in Schwabsoien gestört wurde, nahm jeder gerne in Kauf. Nach einem feierlichen Gottesdienst in der Pfarrkirche fand ein Festzug zum Aufstellplatz statt. Mit vereinten Kräften wurde der Maibaum anschließend in die richtige Stellung gebracht.

Um ein einheitliches und traditionelles Erscheinungsbild zu erhalten, wurde 1983 eine Tracht angeschafft. Während die Mädchen in einem Nähkurs ihr Dirndl selbst anfertigten, kauften sich die Burschen Lederhosen mit einheitlichen Trägern.

Das Jahr 1986 war für die Landjugend Schwabsoien eines der bedeutendsten. Nach monatelangen Vorbereitungen wurde am 13. Juni der 18. Obb. Bezirkslandjugendtag in Schwabsoien eröffnet. Am Eröffnungsabend referierte der Europa – Parlamentarier Otto von Habsburg zum Thema „Die Zukunft Europas im ländlichen Raum“. Der Festabend am Samstag stand unter dem Motto „Schwabsoien wie es singt und klingt“. Den Höhepunkt bildete der Sonntag. Bei herrlichem Wetter wurde ein Festgottesdienst abgehalten. Am Festzug beteiligten sich 50 Gruppen, 23 Festwägen und 11 Musikkapellen, die von zahlreichen Zuschauern reichlich mit Applaus bedacht wurden. Ein besonderes Zeichen der Anerkennung sprach die Bundestagsabgeordnete Frau Michaela Geiger der Bayerischen Jungbauernschaft aus. Zehn Mitglieder folgten ihrer Einladung zu einer viertägigen Fahrt nach Bonn. Auf dem Programm standen unter anderem die Besichtigungen des Konrad – Adenauer – Hauses und verschiedener Bundesministerien, eine Stadtrundfahrt und der Besuch einer Plenarsitzung des Deutschen Bundestages. Für alle Teilnehmer waren dies sehr erlebnisreiche und eindrucksvolle Tage.

Am Faschingssonntag 1992 saßen einige Mitglieder der Landjugend in gemütlicher Runde im Gasthof zur Post zusammen. Zu späterer stunde wurde, anfangs noch spaßeshalber, beschlossen, einen Faschingsclub zu gründen. Diese Idee wurde von so vielen unterstützt, dass nur wenige Wochen später, am 13 April 1992, tatsächlich der Faschingsclub ins Leben gerufen wurde. Nach der Singgemeinschaft ist dies der zweite Verein, dessen Wurzeln in der Landjugend Schwabsoien liegen.

1997 richtete die Landjugend zum zweiten Mal den Bezirkslandjugendtag aus. Das ganze Dorf bereitete sich auf dieses Ereignis vor. Am 19.Juni eröffnete Schirmherr Luitpold Braun den 29. Oberbayrischen Bezirkslandjugendtag in Schwabsoien. Die anschließende Rede hielt die Staatsekretärin des Kultusministeriums Monika Hohlmeier. Am Freitag rockten die Jugendlichen mit der Gruppe „Big Trouble“ und Samstag sorgte die Tanz- und Showband „Dolce Vita“ für Stimmung im Festzelt. Leider regnete es am Sonntag in Strömen, weshalb der geplante Feldgottesdienst in der Kirche abgehalten werden musste. Der Festzug am Nachmittag fand ebenfalls im Regen statt und trotz der vielen prächtig geschmückten Festwägen und Fußgruppen verfolgten leider nur wenige Zuschauer den Umzug.

Um die Strapazen des Bezirkslandjugendtages leichter zu vergessen, wurde 1998 ein siebentägiger Ausflug nach Slowenien und Kroatien unternommen. Viele Sehenswürdigkeiten, wie die Plitvicer Seenplatte, einige Höhlen und das Pferdegestüt in Lippiza wurden von den knapp 50 Teilnehmern besichtigt. Natürlich kamen Geselligkeit und Badespaß auch nicht zu kurz.

Im September 1999 stand die Feier zum 50. Geburtstag der Landjugend auf dem Programm. Dieses Ereignis musste natürlich gefeiert werden. Am Freitagabend fand die Smiley Party in der Gemeindehalle statt, auf der sich zahlreiche Leute aus nah und fern einfanden und die ganze Nacht feierten. Am Sonntag darauf kamen alle Landjugendfahnen aus dem Schongauer Land und nahmen erst am Kirchenzug und dann am feierlichen Gottesdienst in der Pfarrkirche teil. Anschließend gab es noch ein Mittagessen in der Gemeindehalle wo dann auch die verschiedensten Ehrungen und Ansprachen abgehalten wurden.

Im Jahre 2000 machte die Landjugend eine Fahrt nach Ungarn um die Gewohnheiten und Bräuche dieses Landes besser kennenzulernen. Es wurden die verschiedensten Dinge unternommen. Die erste Station auf dieser Reise war die Besichtigung des Schlosses Schönbrunn in Wien. Am nächsten Tag ging es dann weiter nach Budapest, die Hauptstadt Ungarns, zu einer Stadtführung. Des Weiteren standen noch zwei Übernachtungen am Plattense, eine Besichtigung der Pusta und einem Pferdegestüt auf dem Programm. Bei der Heimreise legte man noch einen Stopp in Graz ein.

Durch den Bau des neuen Gemeindehauses konnte im Jahr ….. der neue Landjugendraum eingeweiht werden. Dieser wurde komplett von der Jugend ausgebaut und hergerichtet, und dient jetzt als Treffpunkt für die Jugend im Ort.

Im Jahr 2008 also 10 Jahre später machte die Landjugend wieder einen Ausflug nach Kroatien. Auch diesmal standen einige Aktivitäten auf dem Programm. Bei der Anreise wurde die Adelsberger Grotte in Slowenien besichtigt. Es gab eine Städterundfahrt an der Küste Kroatiens entlang. Die Insel Krk wurde besucht und natürlich durfte der Nationalpark der Plitvicer Seen nicht fehlen. Das einzige, das die Stimmung etwas trübte, war das schlechte Wetter, das sich durch die ganze Woche zog. Bei der Heimfahrt wurde noch ein Zwischenstopp beim GTI-Treffen am Wörthersee in Österreich gemacht, der für einen sonnigen Abschluss dieser Reise sorgte.

Auf der Kreisebene kann die Landjugend Schwabsoien 2009 auf eine schöne Erfolggeschichte zurückblicken. Bei den verschiedenen Kreisspielen die es über das Jahr verteilt gibt, dazu gehören das Kreisquiz, Spiel ohne Grenzen, Bildersuchfahrt, Gaudifußballturnier, Kreiskegeln und das Völkerballturnier, waren die Schwabsoier so erfolgreich, dass der Wanderpokal, den es für alle Spiele in einem Jahr zusammengezählt gibt, zum 4. Mal in Folge nach Schwabsoien geholt wurde.

In ihrer 60 jährigen Geschichte ist die Landjugend in Schwabsoien zu einem angesehenen Verein herangewachsen. Mit ihren zahlreichen Aktivitäten, die oftmals schon selbstverständlich zu sein scheinen, nimmt die Jugend immer wieder am Dorfgeschehen teil und bereichert es dadurch.